Ein-Klopfen-Gegen-Den-Wind
Hannah Coyle hatte gelernt, das Wetter daran abzulesen, ob der Hund zur Ruhe kam, und heute Nacht kam der Hund nicht zur Ruhe.
Seit zwei Wintern bewirtschaftete sie die Parzelle allein, seit das Fieber Tom geholt hatte und der Boden im Januar zu eisenhart gewesen war, um ihn tief zu begraben. Sie hatte die Grasnarbe umgebrochen, die er abgesteckt hatte, die Grenzsteine gesetzt, um die er gestritten hatte, und die tausend kleinen Grausamkeiten eines Landes gelernt, dem es gleichgültig war, ob eine Frau auf ihm lebte oder starb. Flach und fahl lief die Ebene zu jedem Horizont, ein Land ohne eine Wand, an die man sich lehnen konnte, und sie hatte aufgehört, von ihm Güte zu erwarten. Sie erwartete nur noch, dass es ehrlich war. Die Kälte würde kommen. Die Wölfe würden kommen. Männer würden kommen, zu ihrer Zeit, und jedem begegnete man auf dieselbe Weise — geradeheraus, die Tür verriegelt, das Gewehr geölt.
Die ersten Flocken hatten am Mittag begonnen, fein wie Mehl, und bis zum Einbruch der Nacht hatte der Wind Zähne bekommen. Schnee fällt auf der Hochebene nicht so sehr, als dass er geschleudert wird, seitwärts, in langen heulenden Bahnen, die die Welt bis auf Armlänge auslöschen. Sie hatte die Kuh dicht herangeholt, Heu vorgeworfen und sich gerüstet geglaubt. Dann stand der Hund vom Feuer auf, das Nackenfell gesträubt, und blickte zur Tür, und durch den Sturm kam ein Laut, der