Vorrede der Herausgeber
Zwölf Bücher. ————————— Mit Anmerkungen über die Sprache des Dichters herausgegeben von C. W. Ramler und G. E. Lessing. ————————— Mit allergnädigsten Privilegien. Leipzig 1759. Jn der Weidmannischen Buchhandlung. Friedrich von Logau, der gegen die Mitte des vorigen Jahrhunderts, unter dem Namen Salomon von Golau, deutscher Sinngedichte drey Tausend herausgegeben hat, ist mit allem Rechte für einen von unsern besten Opitzischen Dichtern zu halten; und dennoch zweifeln wir sehr, ob er vielen von unsern Lesern weiter als dem Namen nach bekannt seyn wird. Wir können uns dieses Zweifels wegen auf verschiedene Umstände berufen. Ein ganzes Jahrhundert, und drüber, haben sich die Liebhaber mit einer einzigen Auflage diesen Dichters beholfen; in wie vieler Händen kann er also noch seyn? Und wenn selbst Wernike keinen kennen will, der es gewagt habe, in einer von den lebendigen Sprachen ein ganzes Buch voll Sinngedichte zu schreiben; wenn er dem Urtheile seines Lehrers, des berühmten Morhofs, daß insbesondere die Deutsche Sprache, ihrer vielen Umschweife wegen, zu dieser Gattung von Gedichten nicht bequem zu seyn scheine, kein Beyspiel entgegen zu stellen weis: so kann er unsern Logau, seinen besten, seinen einzigen Vorgänger, wohl schwerlich gekannt haben. Jst er aber schon damals in solcher Vergessenheit gewesen, wer hätte ihn in dem nachfolgenden Zeitalter wohl daraus gerissen? Ein