Chapter

Friedli der Kolderi

«Mit solchen Knechten, wenn es bald vier Uhr am heiterhellen Tag ist und die Sonne schon hinter den Bergen und man doch heuen sollt', und faulenzen einem auf dem Spreuersack herum, als wären sie das vornehmste Herrenpack, soll der Teufel fuhrwerken!» schimpfte Matthys der Senn, während er mit der Faust an die Tür der Gesindekammer polterte. Drinnen ächzten die Betten und stöhnte verdrossenes Gähnen, zwischen Munkeln und Maulen. «Es hat einem ja nicht können träumen, daß Heuwetter kommt. Den ganzen Sonntag hat es ja gestern heruntergeschüttet wie nicht gescheit, und noch um zehn Uhr nachts ist der Oberluft gegangen.» Und eine dröhnende Stimme rief herausfordernd: «Es wäre halt auch besser, wenn der Meister am Sonntag selber zu Hause bliebe, anstatt unten im Dorf bis Mitternacht in den Wirtshäusern herumzuhocken. So ist es keine Kunst, vor den andern auf zu sein, wenn man am Montag früh noch die Sonntagshosen von gestern abend an den Beinen hat.» Ein unterdrücktes Kichern folgte diesen Worten. Der Senn, welcher sich bereits getrollt hatte, schnellte zurück, beugte den Kopf gegen das Schlüsselloch und schrie: «Ich habe nicht nötig, Friedli, mir von meinen Knechten vorschreiben zu lassen, was ich am Sonntag tun oder nicht tun darf. Wenn's etwa einem bei mir nicht gut genug ist, so ist ja die Welt groß; ich halte niemand mit Gewalt.» «Davor wäre mir jedenfalls nicht bange!» grölte

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