Chapter

Verhandlung zwischen Autor und Verleger

1884. Als Vorwort zum »Geschichtenbuch des Wanderers«. Der Verleger: Zeit ist Geld. Also zur Sache: Ich wünsche ein neues Buch von Ihnen. Der Autor: Sie sind ein kühner Mann. Haben Sie doch schon fast anderthalb Dutzend Bände von mir! V. Machen Sie die genannte Zahl voll. A. Ich würde an Ihrer Stelle die Verlagswerke nicht zählen, sondern wägen. V. Das überlasse ich dem Makulaturkäufer. Doch einstweilen ist man gewohnt, unter dem Christbaum einen neuen Band vom Waldpoeten zu finden. A. Man vergißt über die Waldbücher den Wald. V. Wir brauchen keinen Wald. Wenn alles Holz vertan ist, brennen wir Bücher. A. Wissen Sie, warum den Faust der Teufel geholt hat? Weil er den Bücherdruck erfunden. – Soll ich denn so viel schreiben, daß man mich auf meinen Schriften verbrennen kann? V. Machen Sie sich nichts draus. Der Karthager Clitomachus schrieb über vierhundert Bücher, Chrysippus an siebenhundert, Didymus gar viertausend. Keiner ward verbrannt. A. Weil sie keiner drucken ließ. V. Luther ließ 1136 Schriften und Broschüren drucken. A. Die Tinte eines solchen Mannes ist, wie der Koran sagt, wertvoll gleich dem Blute des Märtyrers. Wenn wir anderen dem Beispiele folgen wollten, müßte unsere Erdoberfläche in kurzer Zeit ein Bücherbrett werden. V. Sie übertreiben. Ein moderner Schriftsteller schreibt sein ganzes Leben lang nicht mehr, als was ein Esel ihm nachzuschleppen vermag. A. Aber

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