Erster Teil
Ein Frühlingstag im Süden! Himmel und Meer strahlen in tiefem Blau, durchfluthet von Licht und Glanz, und mit leisem Rauschen rollen die Wogen an den Strand der Riviera, wo der Lenz schon eingezogen ist in seiner ganzen Pracht, während droben im Norden noch Schneestürme über die Erde hinziehen. Hier liegt goldener Sonnenschein auf den weißen Häusern und Villen der Stadt, die sich im weiten Halbkreise am Ufer hinzieht, schlanke Palmen heben ihre Wipfel, Lorbeer und Myrthe grünen; mit Tausenden von ganz und halb erschlossenen Blüthen, vom zarten Weiß bis zum tiefen Purpur, leuchten die Kamelien aus dem dunklen Laube und überall duftet und blüht es in unerschöpflicher Fülle. Von den Bergen ringsum blicken altersgraue Klöster und hellschimmernde Kirchen, von hohen Cypressen umgeben; freundliche Ortschaften heben sich aus Pinien- und Olivenwäldern, und in der Ferne blauen die Alpen mit ihren schneegekrönten Gipfeln, halb verschwimmend im Sonnenduft. Nizza feierte eins seiner Frühlings- und Blumenfeste, und was die Stadt und deren Umgebung an Fremden und Einheimischen barg, war herbeigeströmt. In endlosen Reihen bewegten sich die geschmückten Wagen aneinander vorüber, jedes Fenster, jeder Balkon war dicht besetzt mit Zuschauern, und auf den Seitenwegen, unter den Palmen drängte sich eine schaulustige Menge, aus der überall die braunen malerischen Gestalten der Fischer und des