Franzosinnen
Einzige berechtigte Übersetzung aus dem Französischen von F. Gräfin zu Reventlow Graf Jean de Guercelles war seinerzeit ein paar Monate als Diplomat tätig gewesen, weil das eben in ausländischen Großstädten für junge Leute aus guter Familie als die beste Empfehlung gilt. Mit fünfundzwanzig Jahren war er dann durch den Tod seines Vaters ein reicher Mann geworden und beschränkte sich nun darauf, einfach ein echter Pariser zu sein, ein Klub- und Sportsmann ersten Ranges. Die dritte Republik erschien ihm anfangs ganz annehmbar, aber dann hatte sich das Blatt gewendet, und Guercelles fühlte keine Neigung mehr, einer Regierung zu dienen, die die Traditionen seiner Familie brüskierte. So zog er sich denn ins Privatleben zurück und pflegte selbst etwas ironisch festzustellen, er sei zeitweilig ein wenig aus seiner eigentlichen Sphäre herabgestiegen und nehme erst jetzt die Stellung ein, die ihm zukomme. Dieses neue Dasein führte er nun schon achtzehn Jahre lang, und sie flossen so gleichförmig dahin, daß er kaum hätte sagen können, welches die schönsten oder die schlimmsten gewesen wären. Seine Tage glichen sich wie ein Ei dem andern. Dabei führte Jean de Guercelles nicht etwa ein untätiges Dasein, – im Gegenteil – er konnte wie jeder wahre Pariser mit Recht behaupten, daß keine Stunde des Tages ihm selbst gehöre. Jede Saison stellte ihre besonderen Anforderungen, denen man