Fragmente aus Heften und losen Blättern
Unter meinen Mitschülern war ich dumm, doch nicht der Dümmste. Und wenn trotzdem das letztere von einigen meiner Lehrer meinen Eltern und mir gegenüber nicht selten behauptet worden ist, so haben sie es nur in dem Wahne vieler Leute getan, welche glauben, sie hätten die halbe Welt erobert, wenn sie ein so äußerstes Urteil wagen. Daß ich aber dumm sei, glaubte man allgemein und wirklich, man hatte gute Beweise dafür, die leicht mitgeteilt werden konnten, wenn vielleicht ein Fremder über mich zu belehren war, der anfangs einen nicht üblen Eindruck von mir bekommen hatte und dies vor andern nicht verschwieg. Darüber mußte ich oft mich ärgern und auch weinen. Und es sind dies damals die einzigen Augenblicke gewesen, wo ich mich unsicher im gegenwärtigen Gedränge und verzweifelt vor dem zukünftigen fühlte, theoretisch unsicher, theoretisch verzweifelt allerdings, denn kam es zu einer Arbeit, gleich darauf war ich sicher und zweifellos, fast also wie der Schauspieler, der aus der Kulisse im Anlauf stürmt, weit von der Bühnenmitte einen Augenblick stehenbleibt, die Hände meinetwegen an die Stirne gelegt, während die Leidenschaft, die gleich darauf notwendig werden soll, in ihm so groß geworden ist, daß er sie nicht verbergen kann, trotzdem er mit verkniffenen Augen sich die Lippen zerbeißt. Die gegenwärtige, halb vergangene Unsicherheit erhebt die aufgehende Leidenschaft und die