Jennys Abschied vom Elternhaus
Die junge Schwedin, deren Schicksale und Abenteuer auf dem Wege der Kondition, hoc est des Kampfes ums Brot, ich nun zu schildern versuchen will, habe ich manch liebes Mal mit meinen eigenen, leiblichen Augen gesehen. Ich bin ihr in Wexiö, Stockholm und Jönköping auf der Straße begegnet, habe sie in der Thür des Bazar Leja gestreift, wo sie in kostbares Pelzwerk gekleidet war und bin von ihr auf der Veranda des baufälligsten Pfarrhauses in Sünnerbos entlegenstem Winkel in altmodischem Kattunkleide empfangen worden, wo sie so ländlich frisiert war, daß man sie für eine hübsche Magd hätte halten können, wenn nicht ... Es ist nicht dieselbe Person, die ich in so wechselnder Gestalt gesehen habe, es ist der Typus. Es war nicht Fräulein Jenny Högfeldt, die mir so Mal für Mal begegnete, es waren ihr Frauentypus, ihre Rasse, ihre Schwestern, das gesunde, kernige Holz, das ein wenig selten zu werden beginnt, aus dem aber unsere Heldin geschnitzt ist und das man noch gelegentlich entdeckt, wenn man ein Auge dafür hat: eine junge, nichtgeschnürte Schwedin von fünf Fuß und fünf Zoll, eine gute Viertelelle kleiner als ein hochgewachsener Mann, im Falle unser Herr ihr einen solchen zur Seite gegeben hat, mit einer kräftigen, wohlgebildeten Figur, die man »charmant« genannt hätte, wenn sie nicht so untersetzt gewesen wäre, mit reichem, hellbraunen, weichen, glänzenden Haar, mit einem