Vorwort des Autors
Flor de Mayo und La Huerta gehören zu meinen ersten Romanen. Ich schrieb sie stückweise, als ich in Valencia die von mir gegründete Zeitung »El Pueblo« leitete. Es war die am meisten chimärische, die uneigennützigste Epoche meines Lebens, auch die Epoche der grössten Entbehrungen. Ich hatte mich in die schwierige Aufgabe gestürzt, ein Kampforgan für die republikanischen Ideen herauszugeben, das – aus Mangel an Inseraten – mit keinen anderen Einnahmen zählte als den fünf Centimos seiner Leser. Da diese Eingänge die Unkosten nicht deckten, opferte ich, um die Zeitung zu halten, mein bescheidenes väterliches Erbe, mit dem Resultat, dass ich in eine Armut geriet, die beinahe schon Elend war. Wie oft gab ich die Mittel, die für den Unterhalt meiner Familie notwendig waren, für »El Pueblo« hin. Und dabei musste ich noch ein gedeihliches Vorwärtskommen heucheln, um niemand einen Einblick in die wahre Lage gewinnen zu lassen. Aber nicht genug damit, mein romantischer und verwegener Republikanismus trug mir jeden Monat Prozesse und Verhaftungen ein. Sah ich mich wieder in Freiheit, so begann für mich und »El Pueblo« aufs neue der verzweifelte, schmerzhafte Kampf ums Dasein. Tatsächlich waren damals die Freiheitsstrafen, die ich im Gefängnis abbüsste, die einzigen Zeiten, die mir Frieden und Ruhe brachten. Da ich meine redaktionellen Mitarbeiter – enthusiastische junge Leute, die