Chapter

Erstes Kapitel. Die Zierliche und der Syndikus.

Wer diese ganze traurige Daseinskomödie mit ihren Millionen von Mitspielern ernst nimmt, ist ein Narr - ein kompletter Narr. Nur die lachenden Philosophen werden heutigen Tags ihres Lebens froh. Die schwerblütigen Naturen, die stillen, innerlichen Geschöpfe, die auf zwei Beinen durch diese miserable Welt wandern, rennen sich die Füße und andere Stellen wund, um mit den anderen mitzukommen, - verrecken schließlich doch irgendwo hinterm Zaune - Aus diesen Millionen von Mitspielern bei der großen Lebenstragikomödie will ich mir zwei herausgreifen; zwei Hauptpersonen. Und dann einige Statisten - Ich selbst nehme das Leben nicht ernst. Ich denke gar nicht daran! Schwerblütigkeit ist Ballast; und wer so viel und in so zahlreichen Rollen auf der Bühne des Daseins sich getummelt hat wie ich, der wird trotz des perpetuierlichen Dalles und trotz anderer Sorgen zu dem, was heute jeder sein sollte: ein zum mindesten lächelnder Philosoph! - Sie hieß Frigga Oertel - Daß sie so hieß, erfuhr ich erst später. Zuerst war es nur eine Tauentzien-Bekanntschaft, das heißt, eine Bekanntschaft auf der großen Lasterstraße des Berliner Westens mit diskretem, gegenseitigem Anlächeln - Auf der Tauentzienstraße wird viel gelächelt. Es ist die Promenade des verfeinerten Lasters, dieser breite Boulevard, an dessen Nordende die imposante Gedächtnis-Kirche schmerzlich all diesen parfümierten,

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