Erstes Buch: Die Geschichte des Gutes
Das Gut war vermutlich entstanden wie die meisten großen Besitztümer aller Zeiten und aller Länder, nämlich durch das Recht des Stärkeren. Vielleicht durch mehr oder minder erpreßte Abgaben und ehrliche Käufe; vielleicht auch durch Überlistung, Betrug und andere Niederträchtigkeiten; wer kann das heute noch wissen? Vor zweihundert Jahren war es ein ungeheuer großer Besitz. Das Hauptgutsgebäude lag damals wie auch jetzt noch an der waldigen Berghalde über der Stadt. Von da kann man die ganze Stadt überschauen, sowohl die Altstadt diesseits des Hafens wie die Neustadt drüben an der Landzunge – Tangen – die den Hafen gegen das Meer schützt. Doch auch die Landzunge liegt nicht nach dem Meere offen, Inseln und Schären sind ihr vorgelagert, und zwischen diesen liegen zwei Einfahrtsunde, der nördliche und der westliche Einlauf genannt. Alles das kann man vom Gut aus überschauen, und auch das Meer bis weit hinaus. Weiter sieht man rechts den Elb, wie er sich schäumend zwischen den Lehmhügeln weiter hinten ins Meer ergießt. Einst waren der Elb und sämtliche Werke an seiner Mündung Eigentum des Gutes, ebenso wie der Grund und Boden, auf dem die Stadt liegt, und Inseln und Strand zu beiden Seiten. Ferner den Fluß hinauf die nächstliegenden Bygden und Waldungen. So war es vor zweihundert Jahren. Das Hauptgebäude des Gutes ist ein massives Steinhaus, von dem ein kurzer, plumper Turm