Chapter

Erster Teil

»Eigentlich ist es doch zu albern! Diese Toiletten, Gesellschaftsfratzen – wie daheim – mitten in der Hochsaison – und das nennt man Sommerfrische, dazu reist man ins Hochgebirge! Einfach verrückt!« Gottliebe Rhyngaert drückte, nach einem langen verächtlichen Blick über ihre Umgebung, die Zigarette so energisch auf der versilberten Aschenschale aus, als könnte sie damit der ganzen, ihr so widerwärtigen Gesellschaft ringsum den Garaus machen. In der Tat sah es im weiten, kühldämmerigen Vestibül des eleganten Trafoi-Hotels nicht nach einem Bergwirtshaus aus. In die komfortablen, rotlackierten Korbsessel bequem zurückgelehnt, saßen die Hunderte von Hotelgästen mit jener behaglich faulen Siestastimmung, die der gute Lunch in ihnen erzeugt hatte. Der schwere, süßlich-aromatische Duft von Parfüms, Mokka und Zigaretten legte sich fast lähmend um die Sinne im Verein mit dem schwirrenden Lärm der schwatzenden und flirtenden Gesellschaft, eines internationalen Gemisches von Leuten in zumeist höchst elegantem, tadellosem Anzuge. Die paar Herren im Touristenkostüm und Damen in einfacher Hemdbluse fielen ordentlich auf. Dietrich Bessow, selber im Smoking, sah seine Nachbarin an dem zierlichen Korbtischchen, auf dem das silberne Mokkaservice blinkte, einen Augenblick schweigend an; beobachtend, mit einem leis-ironischen Zug um die Lippen, über denen der nach der neuesten englischen Mode ganz

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