Finale
Hugo Manuel stand am Fenster des Arbeitszimmers und sah auf den Quai. Es war ein warmer Vorsommerabend. In den Anlagen promenierten junge Herren und Damen, Zofen mit Kinderwagen und Fremde, die sich auf der Reise ein paar Tage in der Stadt aufhielten. Durch die Kronen der Bäume sah Hugo den See, der in einem von der Schwüle etwas gedämpften Licht vor ihm lag. Auf dem Wasser bewegten sich kleine Boote, aber so langsam, daß sie gleich minutiösen glänzenden Schalen auf der leuchtenden Fläche zu liegen schienen. Es klopfte jemand an die Türe. Hugo fuhr auf und schritt dem Besucher nach der Mitte des Zimmers entgegen. Aber es war nur Centa, die den Tee brachte. Vor besonders wichtigen Besprechungen hatte es Hugo nötig, allein zu sein. Er empfand auch jetzt einen leisen spielerischen Heroismus darin, seine junge schöne Frau in der Stunde, die sie sonst jeden Tag zusammen verbrachten, allein auf der Gartenveranda zu lassen. Aber er hatte sich noch kaum so nach ihr gesehnt wie heute. Jeder Augenblick, den er noch mit ihr zu erleben hatte, erschien ihm kostbar. »Hat die gnädige Frau den Tee schon getrunken?« fragte er Centa. »Die gnädige Frau ist eben daran ...« Centa verschwand. Hugo ging jetzt in großen Schritten im Zimmer auf und ab. Er war schlank, jung, zweiunddreißig Jahre alt. Er fühlte einen direkt waghalsigen Mut in sich. Ob er es aber vollbringen könnte? Ob er zuletzt nicht