Chapter

1.

1. Daß ich geboren wurde, wird mir der geneigte Leser hoffentlich auf's Wort glauben; ich kann für mein Dasein die besten Beweise beibringen, und lasse mir kein Haar von meiner Existenz wegdisputiren. Wenn bei meiner Geburt auch keine Zeichen und Wunder geschahen, wenn dieselbe weder durch Glockengeläute, Kanonendonner, Illuminationen noch sonstige Festlichkeiten und Gratulationen gefeiert wurde, so war sie doch von Ereignissen begleitet, welche ziemlich bemerkenswerth waren für das Haupt der Familie. Diese Würde behauptete damals mein Vater, Friedrich Wilhelm Wortmann, oder wie er in der Brigadeliste hieß, Wortmann III. Doch braucht man deßhalb nicht an eine fürstliche Abkunft zu glauben; mein Vater hieß einfach Wortmann III., weil es einen Unteroffizier Wortmann I. und II. gab. Mein Vater war Unteroffizier in der 6. Fußkompagnie der 8. Artillerie-Brigade, hatte bereits sieben Jahre gedient, und deßhalb die silberne Schnalle, die er am blauen Bande auf der Brust trug; ferner hatte er eine Frau, und bereits zwei Töchter von fünf und sechs Jahren, als ich Mime machte in der Welt zu erscheinen. Meine Mutter war Marketenderin der 6. Kompagnie; man muß aber deßhalb nicht meinen, daß sie in Friedenszeiten mit einem Schnapsfläschchen herumgezogen wäre; bei ausbrechendem Kriege würde sie sich vielleicht auch dazu verstanden haben, vorderhand aber hielt sie eine »Restauration« in der

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