Chapter

Feuer fiel vom Himmel

Die Lupinen rochen wie Honig, und von der dichten Kiefernschonung, die so grün den Berg anstieg, kamen heiße zitternde Nadeldüfte. Große, weiße Wolken hingen am blauen Himmel, und die Sonne, schon im Niedergehen, umfing die bebende Erde noch einmal mit der ganzen Glut einer letzten Leidenschaft … Der Herbst wollte kommen, drüben von der Landstraße leuchteten der Ebereschen korallengeschmückte Zweige; ein paar feine, silbrige Fäden flogen in Glanz und Sonne dahin; aber noch waren die Nächte warm, und von den Feldern, wo die letzten Garben an die Brust der bindenden Mädchen sanken, stieg es mit dem Schleier der Abendnebel wie heimliche Brunst empor: ein sich immer von neuem Lieben- und Umschlingenwollen, als könne dies reiche Jahr nicht Abschied nehmen von seiner Fülle und Fruchtbarkeit. So hing der Abendhauch blau und durchsichtig zwischen den hohen Kiefern, deren Stämme der Untergang mit Kupfer und Gold tönte … Ein Fink schmetterte und über den Sandweg setzte ein Eichkater den Stamm der Kiefer hinauf … Droben sah er, den buschigen Schweif ringelnd, mit den schwarzen Perlaugen auf den Mann hinunter, der sein Gewehr von der Schulter genommen hatte und auf das Tierchen anschlug. Das Mädchen neben ihm legte die große, mit Sommersprossen übersäte Hand auf ihres Bräutigams Arm und sagte: »Och, lat em doch, Friede! … Dä is jo man so kleen! …« Er wandte sich zu ihr und sah sie mit

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