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Einleitung und Fermonts Lebensgang

Paris, 2. Januar. Lieber Herr Brandt! Sie haben recht: der todte Freund, dem wir in seinem abenteuerlichen Leben die Nächsten zu sein das Glück gehabt, war, solange wir ihn gekannt, in Allem und vor Allem so unverhüllt ehrlich »Mensch«, daß er, im großen Sinne genommen, dadurch eigentlich aufhörte, eine Privatperson zu sein. Zumal seine letzte Lebenszeit erscheint dem Tieferblickenden gar nicht mehr als Abschnitt eines Privatlebens, sondern als ein so ewig wahres und großgeartetes Stück Menschen- und Seelengeschichte, daß ich nach reiflicher Prüfung, auch der äußeren Fragen, die zu bedenken waren, nicht mehr zögere, Ihnen hier sämmtliche Briefe und Aufzeichnungen, die ich von ihm besitze, zu überlassen. Diese Papiere sind mir theils in den letzten anderthalb Jahren seines Lebens noch von Fermont selber 2 zugesandt, theils gleich nach seinem jähen Tode übergeben worden. Sie finden unter ihnen nicht nur Notizbücher, in denen er an Ort und Stelle, auf Berghöhen und in nächtlichen Wanderungen seine Gedanken aufzuzeichnen pflegte, sondern auch eine Anzahl Hefte, worin zwischen den Tagebuchnotizen des Oefteren Stellen aus der Lektüre des Tages angeführt sind. Diese Gewohnheit unseres Freundes, das zu erwähnen, was er eben las, wird es Ihnen erleichtern, ein fortlaufendes Bild seines inneren Zustandes auch da zu geben, wo persönliche Aeußerungen eine Zeit lang ausbleiben. Ja denn!

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