Chapter

1. Teil

Oskar Fels betrat pfeifend, ungeheuer geräuschvoll das »Lokalzimmer« der »Weltpresse«, schmiß den Hut auf seinen Schreibtisch, den Pelzrock über einen Stuhl und klatschte in die Hände, um sie zu erwärmen. Ein wütendes Grunzen vom anderen Schreibtisch her unterbrach seine lärmende Tätigkeit. »Ah, Sie auch schon da, Herr Kollege! Und noch nicht ausgeschlafen?« Das Grunzen verstärkte sich zu einem Pfauchen. Julius Grubenheld, der Chef des »Lokalen Teiles« und der unmittelbare Vorgesetzte des ersten Reporters Fels, erwiderte nichts. Er erstickte innerlich vor Wut, hatte aber, wie gewöhnlich, auch diesmal nicht den Mut, sich auf ein Wortgeplänkel mit Fels einzulassen. Grubenheld war, wie sehr viele Neurastheniker, am Morgen ungenießbar, wütend, schlecht gelaunt, empfindlich gegen jeden Lärm. Er hätte sich am liebsten in eine Kammer verkrochen und dort so lange allein zugebracht, bis ihn die »Stimme des Herrn« aus seiner Zerschlagenheit aufrütteln und ihm neuen Lebenswillen einflößen würde. Der »Herr« war in diesem Falle der Besitzer der »Weltpresse«, den Grubenheld haßte und liebte, verehrte und verachtete, wie eben Sklaven ihre Herren zu lieben und zu hassen, zu verachten und zu vergöttern pflegen. Er sprach von seinem Chef nur als von dem alten Gauner, seine Anordnungen nannte er Trotteleien, seine Reklamationen bewußte Bosheiten, so wie er aber vor das Antlitz des Herausgebers

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