Faraulip
Faraulip verzeichnete einen Festtag. – Strom und Wetter hatten der einsamen kleinen Koralleninsel reiche Gaben beschert. Morgens waren die drei flinken großen Auslegerkanus aus dem ruhigen Wasser der Lagune hinaus aufs hohe, wildbewegte Meer gefahren. – Lange waren sie außer Sicht der Zurückgebliebenen gewesen. – Nun kündeten fröhliche, aufgeregte Schreie, an denen sich die Jugend vor allem nicht genug tun konnte, ihre Heimkehr. – Doch sollte die Geduld der Wartenden noch eine geraume Zeit auf die Probe gestellt werden; der Zauberer und Wettermacher hatte allerdings den Tag über das Orakel als günstig erkundet, die Antwort der befragten Fischgottheiten war im selben Sinne ausgefallen. Da erwartete man eine reiche Ausbeute und freute sich auf ein leckeres Mahl; der Taros, Gemüse und Kokosnüsse der letzten Zeit war man wieder einmal recht überdrüssig geworden. Gegenwind hinderte die schnelle Heimfahrt; endlich erschienen die drei so lange gesichteten und herbeigesehnten Boote vor den drei Einfahrten, die die natürlichen Segeleinläufe zwischen den brandungumtosten Korallenriffen bilden; in der scheidenden Abendsonne leuchteten die dreieckigen braunen Mattensegel golden auf, glitzerten grell die rot und schwarz bemalten nassen Bordwände. Scharen von Vögeln, weiße und braune Möwen, schwarze Fregattvögel umstrichen die Kanus, die sich nun schnell, die Lagune kreuzend, dem heimischen