Wurmstichig
Ein durchsichtig blauer Morgenhimmel mit keuscher Herbstsonne, deren zitternde Strahlen durch das dunkelgrüne Blattgewirr der Obstbäume flirren, die ihre trächtigen Zweige, unter der üppigen Last erliegend, müde zu Boden senken. Ich habe mich träumerisch lässig in das lange weiche Gras geworfen. Vor mir liegt ein Buch gähnend aufgeschlagen, – aber noch habe ich kein Wort gelesen. Ich lausche auf das eintönig tiefe summen der emsigen Bienen, die mich umsurren und hinüberfliegen nach der duftenden Heide, die an das kleine Besitztum grenzt, und deren rote Heideblüten den süßen Honig in die hinten im Garten befindlichen Stöcke liefern. So träume ich in den frischen Morgen hinein und höre mit halbem Ohr auf das mutwillige priestern einer Schar naschhafter Sperlinge, die sich in dem üppigen, gelben Weinlaube, unter dem das kleine weiße Landhaus sich scheu versteckt, unruhig blustern und mit zänkischem Gezwitscher ihr freches Diebswesen treiben. Aus dem Hause tönt hie und da Geräusch ... schlurfende Schritte – rufende Stimmen – Tellergeklapper und Gerassel mit Töpfen: Vorboten des Mittags. – Die magere weiße Ziege, deren Milch zu trinken ich seit Wochen verdammt bin, und die zwischen den mit Kalkmilch weiß gestrichenen Obstbäumen tagüber angepflöckt ist, hat sich unruhig erhoben, als das kleine blondhaarige Mädchen mit seinem fliegenden kurzen Kleidchen sich ihr nähert. Das