Chapter

I.

»Sie kommen schon – sie kommen schon,« rief die alte Gräfin und trat von dem Balkon, wo sie wartend ausgeschaut, in das Zimmer zurück. Ralph legte eine Zeitung, in der er gelesen, aus der Hand: »So wollen wir ihnen entgegengehen und sie am Fuße der Treppe empfangen. Hier ist mein Arm, Mutter«. Eine Minute später standen die Beiden unter der Einfahrt, wo schon mehrere andere Hausgenossen – Familienglieder und Dienerschaft – der Ankommenden harrten. Noch eine Minute, und der Wagen, der die Erwarteten brachte, hielt vor dem Schloßthor an. Ein zweiter Wagen hinterdrein. Leichtfüßig, ohne die Stütze der herbeigeeilten Diener zu benutzen, sprangen die Insassen des ersten Wagens – Heimkehrende von der Hochzeitsreise – über das Trittbrett herab. Aus dem zweiten, mit Koffern, Taschen und Schachteln beladenen Gefährt stiegen Kammerdiener und Kammerjungfer des jungen Paares aus. Nun folgten die üblichen Begrüßungen, Umarmungen und Anordnungen: – »Willkommen! – Grüß Gott – Du siehst aber vortrefflich aus! – Das Gepäck hierher« – und dergleichen. – Der Gräfin-Mutter küßte die junge Frau die Hand, doch als sie des nebenstehenden Herrn ansichtig wurde, der ihr die Arme öffnete, blickte sie unschlüssig und fragend zu der alten Frau auf. »Ah so,« lächelte diese, »Dich kennt sie ja nicht, Ralph... Küsse ihn nur, mein Kind. Es ist Dein Schwiegervater.« Graf Ralph von Siebeck, der Schloßherr, sah

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