Chapter

Erstes Kapitel

De dag was schöne, dat weder klar, und die Frankfurter Glocken, die am 22. Mai 1858 das Pfingstfest einläuteten, läuteten harmonisch in den entstandenen Wirrwarr, von dem wir erzählen wollen, hinein. Die Sonne hatte den ganzen Tag geschienen und ging sehr schön unter über Frankfurt am Main. Wenn sie es sonst recht wohl versteht, ihre Schleppe mit einem Griff zusammenzuraffen und rasch über den Horizont hinüberzutreten, so ging sie diesmal in vornehmer, lächelnder Ruhe, und der rote Saum ihres Gewandes schleifte lang durch den Abend nach. Die Stadt hatte vollkommen Zeit, letzte Hand an ihren Putz für den morgenden Tag zu legen, und tat es mit Eifer im Innern wie im Äußern. Ein Personenzug der Main-Weser-Bahn hatte den Main-Weser-Bahnhof gerade beim Ausklingen des Vigiliengeläutes erreicht, und die Tante Lina Nebelung war ausgestiegen und war richtig von Käthchen Nebelung, der Nichte, sofort »der Beschreibung nach« erkannt worden. Der Legationsrat hatte die Tante dem Töchterlein diplomatisch genau und zwar sehr häufig abgemalt. »Ich habe sie seit zwanzig Jahren nicht gesehen,« sagte der Bruder Legationsrat, »aber sie hat sich nicht verändert, sie kann sich nicht verändert haben; es liegt nicht in ihrem Charakter, in ihrer Natur; ich kenne sie darin.« Darauf war dann jedesmal die allergenaueste Personalbeschreibung der Tante, wie sie vor zwanzig Jahren war, gefolgt, und zu allem

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.