Chapter

Wanjas Tod

Milde Winternacht hat schon seit Stunden alles Leben im Dorfe verstummen lassen. Zuweilen nur ertönt kurzes Hundegebell aus einem der schlafenden Höfe, lässig beantwortet vom Hunde des Nachbars. Die fast volle Mondscheibe steht schon so niedrig, daß die schneebedeckten Strohdächer der Häuser und Hofsgebäude und die schneebedeckten Kuppen der Pforten und Zäune nur auf der einen Seite der langen Dorfstraße in weißem Lichte erglänzen, während die andere Seite der Straße in bläulichem Schatten ruht. In einem der ansehnlicheren Häuser, in der Mitte des Dorfes, sind die Bewohner noch nicht zur Ruhe gegangen. In der Wohnstube, auf dem großen Tische, brennt die übliche, leicht dunstende Petroleumlampe. Der Ssamowar daneben ist schon kalt geworden, in der Teekanne gibt's nur noch Reste abgebrühten Tees, auf einem Teller einige plumpgeschnittene Stücke Schwarzbrot und trockenes Kringelgebäck. Der eine Seitenrand des Tisches ist bedeckt mit einem breiten, an beiden Enden bunt ausgenähtem Handtuch. Außer einigen Untertassen mit gehacktem Zucker und eingekochtem Beerensaft und einem zur Hälfte geleerten Milchkrug stehen da, auf der Tischecke, zwei leergetrunkene Teegläser. Die beiden viereckigen Holzbänkchen vor dem Tische sind zur Seite geschoben. Auf der Diele zwischen den Holzbänkchen und auf dem ihnen zugekehrten Tischrande – liegt Geld verstreut, blanke Silberrubel und einige kleine

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