Chapter

Die Lehrersbraut

In einem Dorfe mitten im Ries, in einem hübschen Hause, wohnten glückliche Leute – Mutter, Tochter und Vetter. Sie waren gesund und verhältnismäßig, d. h. nach ihrem Stande, wohlhabend. Die Mutter von ruhigem Temperament, mehr geneigt, sich am Angenehmen zu freuen, als aus verdrießlichen Dingen, wie sie im Leben vorkommen, sich viel zu machen; die Tochter, Christine, hübsch und wohlgemut; der Vetter, Hans, wacker und tätig, ein guter »Bauer« – wie man das im Ries nennt – und »ein rechter Schaffer«. Ein eigentlicher Bauer im Sinne der dörflichen Rangordnung war Hans freilich nicht; das war aber auch der verstorbene Glauning, der Vater der Christine, nicht. Erst Söldner und Weber, hatte sich dieser durch echt rieserische Arbeitsamkeit und Sparsamkeit zu einer Mittelstellung zwischen Söldner und Bauer emporgearbeitet. Das Weberhandwerk wurde aufgegeben und nur im Winter noch zum Wirken des eigenen Garnes betrieben, um so fleißiger den Geschäften des Ackerbaues und der Viehzucht nachgegangen. Es gelang dem stillen, ruhig fortarbeitenden Manne, das Unglück eines Brandes, der nebst sechs andern auch sein strohgedecktes Haus in Asche legte, zu überstehen, ein neues, bequemeres, plattengedecktes an seine Stelle zu setzen und bei seinem Tode der Witwe ein respektables Anwesen zu hinterlassen: das Haus mit Wohnung, Stall und Stadel in einem Bau, vier Kühe mit Nachzucht, fünf Schweine,

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