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Vorspiel: Das Mädchen in der Kalahari-Wüste

Vorspiel … Das Mädchen in der Kalahari-Wüste. »Wenn all die Tränen, die durch die Ruchlosigkeit der Menschen armen, schuldlosen Wesen je über die verhärmten Wangen flossen, wirklich zu glasklaren Edelsteinen erstarren sollten, die dann beim großen Weltgericht in die Wagschale der Übeltäter gelegt würden, damit diese Wagschale tief herabsinke und die Schuldigen erdrücke, würde bei dieser allerletzten Abrechnung über Gut und Böse schließlich ein Berg von Diamanten aufgehäuft werden, der noch die Höhe des Gaurisankar überträfe …« … Das einsame Mädchen, das diese Sätze aus einem zerlesenen Buche nochmals mit bitterem, ungläubigem Lächeln überflog, warf das Buch nach kurzem Nachsinnen in den hellen Wüstensand und stützte von neuem das zarte Kinn in die kleine braune Hand und starrte trostlos in das erlöschende Lagerfeuer. Das Mädchen glaubte an keine Gerechtigkeit mehr, glaubte weder an Gott noch an die gütig waltende Vorsehung … Dieses einsame junge Weib hier vor dem zerlöcherten Zelte und neben dem müden, schläfrigen Pferde glaubte nur noch an eins: An sich selbst!! Die Menschen hatte sie hassen und verachten gelernt, die Menschen kannte sie nur als ihre heimtückischen Peiniger und Verfolger. Sie wußte genau: Wenn sie sich selbst nicht half und nicht zäh und unbeugsam und tapfer blieb wie bisher, dann gab es keine Hoffnung mehr für sie. Keine …! – Sie hörte dort unten jenseits des

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