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Erlebnisse einer Polizeiassistentin

von Schwester Henriette Arendt früherer Polizeiassistentin in Stuttgart. Süddeutsche Monatshefte G. m. b. H. München 1910 Im Herbst 1907 erschien mein Büchlein »Menschen, die den Pfad verloren«, das beim Publikum eine freundliche Aufnahme fand. Das Schicksal der von mir geschilderten Menschen; Frauen, Männer und Kinder erweckte tiefe Teilnahme. Seither sind mir von verschiedenen Seiten so viele Aufforderungen zugegangen, aus meinen Erfahrungen neue Mitteilungen zu machen, daß ich mich entschlossen habe, ein zweites Bändchen folgen zu lassen. Die Namen meiner verschiedenen Schützlinge sind, wie in meiner ersten Broschüre, geändert worden. Dieses Bändchen soll gleichseitig meine schweren Kämpfe auf dem Gebiete sozialer Fürsorge schildern, den Kampf gegen den engherzigen, fortschrittfeindlichen Bürokratismus und gegen den Pietismus, welcher sich in der Dunkelheit mit aller Macht gegen jede humanitäre Bestrebung auflehnt, die nicht von der Kirche ausgeht. Die jahrelangen harten Kämpfe haben meine Gesundheit untergraben und mich gezwungen, am 1. Februar 1909, nach 6jähriger Tätigkeit, mein Amt als Polizeiassistentin in Stuttgart niederzulegen. Scheinbar haben Bürokratismus und Pietismus in diesem Kampfe gesiegt. Aber den Gedanken allgemeiner sozialer Hilfeleistung, ohne engherzige Beschränkung, haben sie nicht vernichten können. Er hat sich siegreich Bahn geschafft. In Hannover,

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