Chapter

Vorwort des Narren

Warum schreibe ich diese Zeilen? – Wozu sollen sie dienen? – Was weiß ich selbst davon? Das ist ziemlich dumm, meine ich, von den Menschen den Grund für ihre Handlungen und ihre Schreibereien zu verlangen. – Wißt ihr denn selbst, warum ihr die elenden Blätter aufschlagt, die die Hand eines Narren bekritzelt. Eines Narren! Das erregt Schauder. Was seid aber ihr, Leser? In welche Kategorie gehörst du? In die der Dummköpfe oder in die der Narren? – Wenn man dir die Wahl ließe, deine Eitelkeit zöge sogar den letzteren Rang vor. Ja, nochmals, wozu soll, ich frag es wahrhaftig, ein Buch dienen, das weder belehrend, noch unterhaltend ist, weder chemisch, noch philosophisch, noch ackerbaukundlich, noch elegisch, ein Buch, in dem keinerlei Rezepte stehn, weder für die Hammel, noch für die Flöhe, das weder von den Eisenbahnen redet, noch von der Börse, nicht von den innersten Falten des menschlichen Herzens und nicht von den Trachten des Mittelalters, nicht von Gott und nicht vom Teufel, sondern das von einem Narren redet, das heißt von der Welt, dieser großen Idiotin, die seit so viel Jahrhunderten sich im Räume dreht, ohne einen Schritt zu tun, die heult und geifert und sich selber zerreißt? Ich weiß so wenig wie ihr, was ihr zu lesen bekommt – denn dies ist durchaus kein Roman und auch kein Drama mit einem festen Plan, oder einer einzigen vorgefaßten Idee, mit Richtpunkten, damit man

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