Erste Erinnerung: Ich
Ich. Seit unvordenklichen Zeiten ist es Mode gewesen, Schwiegermütter der Lächerlichkeit und Verachtung preiszugeben. Ob der Ausdruck »unvordenkliche Zeiten« ganz zutreffend ist, weiß ich nicht, denn ich bin nicht Schriftstellerin von Beruf, und in meiner Jugendzeit wurden junge Mädchen nicht so fein erzogen, als heutigestags. Einfaches Schreiben, einfaches Nähen und einfaches Kochen, und ich kann vielleicht noch hinzufügen, einfach und offen meine Meinung sagen, das ist's, was ich von meiner lieben Mutter gelernt habe. Meine Mutter sprach immer offen ihre Meinung aus. Häufig habe ich gehört, wie sie meinem Vater sagte, wenn er ihr Vorwürfe über etwas machte, was sie in Gesellschaft gesprochen hatte: »Ich kann nicht anders, Zacharias, ich sage immer offen meine Meinung und werde das stets thun, und wenn sich die Leute beleidigt fühlen, kann ich's nicht ändern.« Als Mädchen habe ich gesprochen, wie mir der Schnabel gewachsen ist, als junge Frau habe ich's ebenfalls gethan, und jetzt, wo ich eine Frau mittleren Alters bin, thue ich's immer noch, und werde es auch in diesen Erinnerungen thun. Ich weiß, daß ich manchmal damit angestoßen habe. Eine Frau mit vier verheirateten Töchtern, drei verheirateten Söhnen, einer unverheirateten Tochter, die noch bei mir ist, einem lieben, kleinen, nichtsnutzigen Jungen von elf Jahren als Nesthäkchen, einem Manne, der noch nicht einmal »Buh« zu