Chapter

Erde

Das ist es, was uns noch alle erhält, und über Gezeit und Geschlechter stellt, Brüder im Blut, im Schweiß, im Pflug! Das rote Blut ist unser Kitt, schlägt dem einen das Herz, schlägt's dem andern mit. In Friede und Freude, in Last und Pein bleibt keiner verlassen und keiner allein im Blut, im Schweiß, im Pflug. Und wird der Leib von Arbeit heiß, perlt von Stirne und Händen der salzige Schweiß, dann tropft hernieder in köstlichem Saft zur Erde uralte Bauernkraft im Blut, im Schweiß, im Pflug. Da wird es allen bewußt und klar, die ganze Menschheit hängt an der Schar und je heller die Pflugschar zum Tage blinkt, desto helleres Leben die Menschheit trinkt, Brüder im Blut, im Schweiß, im Pflug! Du bist eine Welt für dich, Erde! So still, so duldend, so groß wie du ist keines der Dinge, die um uns sind. Siehe die Wasser! Sie gehen an dir vorüber in ihrer Gewalt, rauschen gewaltig zu Tale und übertönen rauschend die Dinge. Da ward keine Fessel je, die sie bezwang, und keine Hand, die ihnen Halt gebot in ihrer Gewalt. Siehe die Sterne! Sie gehen an dir vorüber in ihrem Glanz, und leuchten den Tagen und leuchten den Nächten mit prangendem Licht. Wußte noch keiner sie recht zu ergründen, alle rufen sie ehrfürchtig an in ihrem Glanz. Siehe die Menschen! Sie gehen an dir vorüber in ihrem Wahn. Sie wollen leuchten und können nicht, sie wollen rauschen und können nicht. Aber keiner ist still

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