Ercole Tomei
Zu gewohnter Stunde, im Flur brannte das Licht schon einige Zeit, schellte Büchner und trat nun rasch ein, als die Thür sogleich aufsprang. Mitten im Raum stand er und musterte über die Schultern rechts und links seinen schneebedeckten Mantel und dann unschlüssig den freundlichen, hellen Teppich zu seinen Füßen. Der Diener half ihm behutsam abzulegen und trug das nasse Bündel ans Feuer. Dr. Gerhart Büchner fand die Hausfrau allein vor der goldbauchigen Theemaschine, neben sich auf der bunten Steinplatte des niedrigeren Seitentisches die weißen, sauberen Tassen in Reih und Glied. »Mit Ihrer gütigen Erlaubnis, gnädige Frau – ein Hundewetter,« sprach er seufzend nach kurzem Gruß. »Machen Sie sich's gemütlich, es scheint ja ganz fürchterlich zu sein; ich bin gar nicht ausgegangen. Ich glaube außer Ihnen wird sich niemand zu uns herauswagen.« »Ercole ist zu Hause?« »Giebt noch Stunde, drüben. Ein neuer Schüler, Amerikaner – aber hören Sie nicht spielen? Freilich die Thüren sind alle fest.« »Doch doch, gewiß, ich höre, ich hatte nicht darauf geachtet.« Er schlürfte langsam seinen Thee. Im Zimmer war es still, gedämpfte, sicher rollende Läufer klangen von Weitem herüber, dann schwoll ein Triller scharf im Diskant auf und zitterte gleichmäßig stark anhaltend, rein und klar wie ein Sturzbach in der Sonne. Er blickte nieder, die zierliche Tasse in der regungslosen Hand, noch immer bebte