Chapter

Er und Sie

Das war damals, als ich Quartier in einem kleinen Ostseebade suchte, und keins finden konnte. Es waren Sommerferien, alle Wohnungen waren vermietet, und teilweise zum Überlaufen voll. Müde setzte ich mich, nach vergeblichem Suchen, Fragen und Umherwandern, an den Mittagstisch des Gasthauses, das »Bellevue« hieß, obgleich man von ihm aus nicht einmal das Wasser sehen konnte. Der Wirt bot mir für die Nacht seine Räucherkammer an, aber ich wollte lieber mit dem Abendschiff wieder in die nächste Stadt; wenn ich nicht ein ruhiges Zimmer bekommen konnte, verzichtete ich auf dieses Dorf. An der Wirtstafel saßen eine Anzahl Menschen, die Anteil an meinem vergeblichen Bemühen nahmen. In den letzten Tagen war schlechtes Wetter gewesen und alle hatten sich gelangweilt. Auch heute wehte ein kalter Nordwest und gelegentlich zogen graue Wolken über die grelle Sonne, um einen Sprühregen gegen die Fenster zu senden. Es war kein Sommerwetter: die Gäste schalten alle, und der Wirt hob seine breiten Schultern. Ihm machte der Regen nichts; die meisten Scheltenden tranken abends einen steifen Grog, oder mehrere: da kam er besser auf seine Kosten, als wenn sie draußen am Strande umherliefen, und den Mond, oder die Sterne anhimmelten. Die Tischgesellschaft war im ganzen nicht anziehend; so dachte ich im stillen, als ich eine vertrocknete kleine Dame betrachtete, die in lebhaftem Ton von ihrer Schule

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