Chapter

Enzios Geburt

Es war ein weites, bequem eingerichtetes Gemach, das noch soeben von zwei Stimmen erfüllt gewesen war, die lebhaft, hoffnungsvoll und heiter redeten, befreit von einem schweren Druck. Eine verstaubte Flasche alten Weines stand auf dem Flügel, der schräg die Mitte des Zimmers beherrschte, neben ihr zwei halbgeleerte Gläser, undeutlich beleuchtet von einer elektrischen Stehlampe mit grünem Seidenschirm. Ihr Schein fiel voll auf eine Partitur, deren Zeichen vielfach durchstrichen, verbessert und noch nicht vollendet waren. An den Wänden hingen sehr große Lorbeerkränze mit goldbedruckten roten Bändern. Jetzt öffnete sich die Tür wieder, und der Kapellmeister trat herein. Er stieß einen langen Seufzer der Erleichterung aus und ließ sich in einen Sessel fallen, wie jemand, der nach langem Kranksein, nach schließlicher Operation endlich aus dem Hospital entlassen, sich auf diesen Augenblick mit einem abschließenden: Gott sei Dank schon tagelang gefreut hat. Alles glücklich überstanden! murmelte er für sich, alles am Ende noch gut abgelaufen, aber es hat meine Nerven doch sehr heruntergebracht. – Er starrte in einen Winkel, fühlte eine leise Übelkeit, der sich sogleich der Wunsch anreihte, sich zu stärken, und sah verlangend nach der Weinflasche. Aber sollte er schon wieder aufstehen von seinem schönen weichen Sitze? Nach kurzem Schwanken erhob er sich, trat langsam zum Flügel, sah die

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