Die nächtliche Begegnung
Also, es bleibt dabei,« wiederholte Henri Ledoux auf der Schwelle seines Hauses, »sobald Sie einen Abend frei sind, rufen Sie an und sind mein Gast.« »Einverstanden und nochmals vielen Dank …« »Sie scherzen, ich bin's, der zu danken hat. Schließen Sie nur gut Ihren Rock, es ist nicht warm heute Nacht. – Den Weg kennen Sie doch? Geradeaus Boulevard Lannes bis zur Avenue Henri-Martin. Wenn Sie sich eilen, erreichen Sie vielleicht noch die letzte Tram. – Ja, noch eines: Haben Sie einen Revolver? Das Viertel hier ist nicht allzu sicher …« »Keine Sorge, ich bin immer bewaffnet. Nächtliche Streifungen durch Paris sind mir nichts Ungewohntes, und es gehört zu meinem Beruf, die Schliche der Apachen zu kennen. Begleiten Sie mich nicht weiter; der Mond scheint wundervoll, es ist hell wie am Tage, gehen Sie getrost hinein …« Onésime Coche überquerte den Fußsteig, gewann die Mitte der matt schimmernden Straße und schritt rüstig gegen die Stadt zu. Als er an der Straßenkreuzung angelangt war, hörte er nochmals die Stimme seines Wirtes, der ihm nachrief: »Auf baldiges Wiedersehen! Ich rechne auf Ihr Versprechen!« Er wandte sich zurück und antwortete munter: »Wird gehalten! Gute Nacht!« Herr Ledoux winkte ihm vom Treppenabsatz freundschaftlich mit der Hand. Hinter ihm bildete der beleuchtete, mit türkischen Wandteppichen geschmückte Gang einen hellen Fleck in der Nacht. Der kleine, dunkel