Abschnitt 1
Hell und freundlich schien die Maiensonne auf das malerisch an einem See gelegene Städtchen Glenville herab, das von der einen Seite von rauschenden Wellen umspült wurde, auf der anderen von grünen, sanftansteigenden Hügeln begrenzt war. Um die siebente Morgenstunde herrschte noch wenig Leben in den stillen Straßen; nur die Schulkinder zogen einzeln und in Gruppen lustig springend oder lässigen Schrittes dem Schulhaus zu, das am Südende der Stadt auf einer kleinen Anhöhe in sicherer Entfernung von dem weidenumkränzten See stand. Die Schule war eines der ersten öffentlichen Gebäude von Glenville gewesen und man glaubte damals, sie werde den Mittelpunkt des Ortes bilden. Wider Erwarten hatte sich der Flecken mit seinen fünfzig Häusern in kurzer Zeit um das Zwanzigfache vergrößert, – teilweise veranlaßt durch seine Benutzung als ruhige Sommerfrische für Erholungssuchende – und da diese Ausdehnung sich hauptsächlich nach der Nordseite zu vollzogen hatte, so war die Schule dadurch in eine völlig isolierte Lage geraten. »Wollen wir sie nicht ›Die Akademie‹ nennen?« hatte Elias Robbin, der Erbauer des Schulhauses und einer der ersten Ansiedler von Glenville, vorgeschlagen. »Wer hätte was dagegen einzuwenden?« »Niemand,« erwiderte John Rote, das Dorforakel. »Akademie! Das klingt ausgezeichnet.« Sie standen vor dem soeben fertiggestellten Gebäude, das in seiner Bauart und mit seinem