Chapter

I.

Es war an einem Spätsommerabend, als die Familie des Gärtners van Houwening um den Tisch saß, die Abendmahlzeit zu halten; die letzten Lichter des Abendhimmels fielen durch die hellen Fensterchen auf die um den Tisch Versammelten. Es waren ihrer zehn, acht Kinder und das Aelternpaar. Der Gärtner nahm seine Mütze vom Haupte, und das kleinste der Kinder betete: „Komm’ Herr Jesu, sei unser Gast, und segne, was du uns bescheeret hast!“ Und als das Gebet geendet war, begann jene rasche Arbeit, deren mächtige Triebfeder eine gesegnete Eßlust ist, und nicht lange währte es, so war die Schüssel mit gesottenen Kartoffeln leer und auf der kleinen Platte, darauf sechs Heringe gelegen, hätte das schärfste Auge keinen Rest davon entdecken können. Als der Vater das Dankgebet gesprochen, sprangen die kleinen Kinder noch hinaus vor die Thüre zu heiterem Spiele; der Vater aber blieb an seiner Stelle, während Elsje, die älteste Tochter, der Mutter abräumen half. „Wenn Ihr fertig sei in der Küche, so kommt herein,“ sagte der Vater. „Wir müssen über ernste Dinge reden!“ Der Ausdruck seines Gesichtes bestätigte seine Worte. Während in der Küche Mutter und Tochter spülten, die Küche versorgten und das Nothwendige für den andern Morgen vorbereiteten, saß der Vater lange in trüben Gedanken. Zwei Söhne, der eine von siebenzehn, der andere von fünfzehn Jahren, saßen stille auf der Fensterbank, und sahen

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