Elga
Elga Drama Zuerst erschienen: 1905 Den nachfolgenden Szenen, die im Jahre 1896 geschrieben sind, liegt eine Novelle Grillparzers zugrunde. Ernster, hoher Raum in einem Kloster; in einer Wandvertiefung ein altertümliches Bett hinter dunklen Vorhängen. Es ist auch ein großer Kamin da. Das hohe Fenster steht offen. Abenddämmerung. Ein Ritter, wie er vom Pferde gestiegen ist, und sein Diener, der Mäntel, Reisedecken und Zaumzeug hereinträgt. Der Ritter. Ich dachte schon, wir würden heute im Freien nächtigen müssen. So haben wir es ja noch gut genug getroffen. Der Diener. Ja, Herr. Der Ritter. Das Zimmer ist klein, aber das Bett scheint gut. Sogar einen Kamin haben wir. Der Diener. Der Knecht, der mir die Pferde abnahm und ins Dorf führte, hat sich, als er mir die Sättel hier hereintragen half, vielmals bekreuzt. Der Dummkopf meinte, daß es in diesem Gemache manchmal nicht recht geheuer sei. Der Ritter. Ha, ha! Fürchtest du dich? Übrigens für den Notfall: es gibt Gespenster von Fleisch und Blut, lege mir die Pistolen neben das Bett. – Es ist übrigens ein recht seltsames Bett, muß man sagen. Der Diener. Ja, recht seltsam. Der Ritter. Am Ende sieht es viel mehr einem Sarge ähnlich als einem Bett. Schlage die Vorhänge lieber zurück! Viel lieber mag mir der Mond mitten hineinscheinen ins Gesicht, als daß ich hinter diesen kohlschwarzen Tüchern ersticke. – Langt unser Wein noch? Der