Chapter

Almaden

Hinab rasselt der Förderkorb. Ein Brett oben, ein Brett unten. Dazwischen die Passagiere und ein leerer Hunt. Die Felsen, die wir durchfahren, werden zu Seitenwänden des Förderkorbes. Plötzlich klafft eine Wölbung im Schacht, rechts und links ahnen wir Korridore. In diesem Stockwerk hat der Förderkorb (der gleiche wohl) hundert Jahre lang hundertmal am Tag gehalten, alle Passagiere, alle Lasten wurden ein- oder ausgeladen, hundert Jahre lang war hier Endstation. Ein Heer von Sklaven schürfte von morgens bis nachts, von nachts bis morgens, aber eines Tages war die Strecke abgebaut, und der Fahrstuhlschacht wurde tiefer hinabgeführt. Nach fünfzig Metern springt wieder ein Bogen Schwarz in den Lichtschein unserer Karbidlampe. Der Eingang zu diesem Korridor ist so niedrig, daß ein Mensch ihn nicht aufrecht passieren kann. Hier stieg kein Mensch ein und keiner aus. Wer in diesem Stollen gearbeitet hatte, hob nach getaner Arbeit nicht sich im Fahrstuhl zum Lichte empor, nur das von ihm geförderte Erz. Die Bergleute dieser Region kamen zu Fuß durch einen Tunnel, den sie sich von ihrer Wohnstätte auf der Erdoberfläche schräg in den Felsen hacken mußten, und kehrten nach Feierabend wieder zu Fuß durch ihren Tunnel heim. Mitten in ihr Haus, das das Königlich spanische Strafhaus war. In das Königlich spanische Strafhaus von Almaden wurden nur die zu lebenslänglicher Zwangsarbeit

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