Einfache Erzählung von dem schrecklichen Absturze des Schrofenberges und der dadurch erfolgten Verwüstung bei Brannenburg im August 1851
Südlich von Brannenburg, etwa 1000 Fuß höher als das Dorf, steht der niedrigste unserer Vorberge, der Schrofen genannt. Er besteht aus lauter Gerölle, und hinter ihm und in seiner Höhe mit ihm zusammenhängend ist ein tiefer Sumpf, das Bärnmoos, dessen Feuchtigkeit das vorstehende Gerölle lockert und zum Abfalle geneigt macht, und auch oft genug schon zum wirklichen Abfalle gebracht hat.[A] Am Fuße dieses Berges ist eine kleine Ebene, genannt „die Schön“, die aber mehr einer steinigen Wüste gleicht, vielleicht vor mehreren hundert Jahren schön und nur durch oftmalige Abfälle verwüstet ward; wenigstens deutet der Name „Sagbruck“ — eine nahe dabei befindliche schlechte Brücke — auf einen früher besseren Zustand dieses Terrains; denn wahrscheinlich kömmt dieser Name von einer Sägemühle, die einst an diesem Platze stand. Durch diese kleine Ebene fließen zwei Bäche, der Saubach, der am Fuße des Schrofen heraus quillt, und von dem das Dorf Brannenburg sein Trinkwasser für Menschen und Vieh in Deichen herableitete, und der Kirchbach, der etwas mehr südwestlich von der Rampold-Alpe kömmt. Beide Bäche vereinigen sich nahe oberhalb der Sagbruck, und nehmen dann vereinigt den Namen „Kirchbach“ an. Seit unfürdenklichen Zeiten ist man hier gewöhnt, größere oder kleinere Stücke des Schrofenberges abfallen zu sehen oder nächtlicher Weile zu hören, und das sonderbare Getöse eines solchen Falles