I
»Dunkel is, Herr Paster – dunkel,« brummelte eine Alte und brachte im weltfernen Haus die brennende Lampe in die Stube. »Das hättn Se nich mache solln – das nich, Herr Paster – nun müssen Se fort. – Ä Dach übern Kopf is allemal gut und gar fir en Verwitweten mit em Kinde. Ich sag's,« da trocknete sie sich mit der Schürze die alten Augen. Der, zu dem sie sprach, war vom Lampenlicht jetzt überronnen und das Kind, von dem sie sprach, lag ihm schlafend im Arm, das Köpfchen an seine Brust geschmiegt. So hatten sie miteinander im Dunkeln gesessen. Jung war der Mann, hager, straffes Haar stieg von der Stirne auf. Das Gesicht unregelmäßig. Das Sehnige seiner Erscheinung, das Heftige, trat hervor, und etwas Hilfloses in der Art, wie er das blühende Kind hielt. Er mochte wie im Halbschlaf gesessen haben, als die Lampe kam und einem Hinbrüten, das ihm noch auf der unruhig geformten, festgefügten Stirn lag, ein Ende machte. »Herr Paster hätten nich so von uns gemußt – da schaut unser Herrgott nich drauf, ob ä Paster alles am Schnürchen hat, wie es geschrieben steht, wenn er's nur mit unsereim gut meint – und hibsch tröste kann, iberhaupt hibsch zu eim rede kann. Für Sterbende un Lebende is das gut. Un was würde das Frauchen selig sagen, daß der Herr Paster dem Herrn Konsistorialrat un unsern Herrgott alles vor die Füße geschmissen hat – un nun in die Fremde muß mit dem Kinde, ihrem ein und