Chapter

Vorwort

Wenn ich der großen Zahl von Reisebüchern über Palästina, die in den letzten Jahren erschienen sind, noch eines hinzufüge, so habe ich dafür eine Rechtfertigung, die in der Sache, und eine, die in der Person liegt. In der Sache: Palästina ist mitten in einer sehr starken Bewegung, mitten in einer – wie ungeduldig wir auch über ihre Langsamkeit sein mögen – schnellen Entwicklung, und was vor einem Jahr geschrieben wurde, ist heute veraltet; ja meine vor wenigen Monaten erlebten Eindrücke sind jetzt schon in mancher Beziehung überholt. In der Person: die meisten Palästinareisebeschreibungen der letzten Jahre stammen von Beobachtern, die, so flüchtig sie das Land sahen, in ihrer Vorbereitung für die Reise, in der Vertiefung in die Probleme des Landes und des Zionismus noch weniger gründlich gewesen sind. Im folgenden findet man Eindrücke eines Reisenden, der seit zwanzig Jahren alles, was mit Palästina und dem Zionismus zusammenhängt, mit Eifer studiert hat. Es ist demnach auch keine Beschreibung der Reise, die ich im Sommer 1924 unternahm, sondern eine unter allgemeine Gesichtspunkte gefaßte Darstellung des heutigen Palästina, wie es sich eben meinen Blicken darbot. Dabei muß ich ausdrücklich sagen, daß ich diese Reise als eine erste und flüchtige zu betrachten habe und wohl weiß, daß meinen hier niedergelegten Urteilen nur bedingte Geltung zukommt. Vieles ist nur subjektiv,

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