Zweites Buch: Wesen, Aufhäufung und Verwendung des Vorrats
In jenem rohen Gesellschaftszustande, in dem es keine Arbeitsteilung gibt, in dem ein Tausch nur selten abgeschlossen wird, und in dem jedermann sich mit allem selbst versorgt, ist es nicht nötig, daß ein Vorrat im voraus aufgehäuft oder angesammelt werde, um die Geschäfte der Gesellschaft zu betreiben. Jedermann sucht durch seinen eigenen Fleiß seine gelegentlichen Bedürfnisse, wie sie auftauchen, zu befriedigen. Wenn er hungrig ist, geht er in den Wald und jagt; wenn seine Kleidung abgetragen ist, zieht er das Fell des ersten besten großen Tieres an, das er tötet, und wenn seine Hütte anfängt, schlecht zu werden, bessert er sie, so gut er kann, mit den nächsten Bäumen und Rasen aus. Ist aber die Arbeitsteilung erst einmal durchweg eingeführt, so kann das Produkt der Arbeit eines einzigen Menschen nur einen sehr kleinen Teil seiner gelegentlichen Bedürfnisse befriedigen. Ihr größter Teil wird mit dem Produkte von anderer Menschen Arbeit, die er mit seinem eigenen Produkte, oder, was dasselbe ist, mit dem Preise seines eigenen Produktes kauft, befriedigt. Dieser Kauf kann jedoch nicht eher gemacht werden, bis das Produkt seiner eigenen Arbeit nicht nur vollendet, sondern auch verkauft ist. Es muß daher ein Vorrat von allerlei Gütern gesammelt werden, der hinreicht, ihn zu unterhalten und wenigstens so lange mit Materialien und Werkzeugen zu versorgen, bis jene beiden Tatsachen