Eine tugendhafte Frau
Die Rue du Tourniquet-Saint-Jean war noch vor fünfzehn oder sechzehn Jahren eine der gekrümmtesten und dunkelsten Straßen des alten Quartiers, in welchem das Pariser Stadthaus liegt. Sie schlängeln sich an dem kleinen Garten der Präfectur entlang und mündete in die Rue du Martroi, genau an der Ecke einer alten Mauer, welche jetzt niedergerissen ist. Dort war der Tourniquet (das Drehkreuz), welchem die Straße ihren Namen verdankte. Noch im Jahre 1823 mußte man das Kreuz drehen, um in die Straße treten zu können. Damals ließ die Stadt Paris auf dem Boden eines Gartens der sich dort befand, einen Tanzsaal erbauen, um die Rückkehr des Herzogs von Angoulème aus Spanien zu feiern. Der Eingang der Rue du Tourniquet von der Rue de la Tixeranderie aus war kaum fünf Fuß breit, doch war dieses auch der schmalste Theil der ganzen Straße. Bei regnerischem Wetter füllten die Regenwasser, welche nach der Gasse der Rue de la Tixeranderie flossen, den Eingang dieser Straße so vollkommen, daß für die Fußgänger, welche den Weg nicht vermeiden konnten, nur einige Sprungsteine übrig blieben, um ihre Füße auf dieselben zu setzen. Wogen, welche schwarz waren, wie die des Cecytus, bespülten dann die Grundmauern der alten Häuser, welche in der kothigen Straße standen und führten den Auswurf mit sich fort, welchem die einzelnen Haushaltungen eine Stellende ihren Thüren angewiesen hatten. Da die