Erstes Kapitel.
Im Jahre 18– begann ich meine Praxis als Arzt in einer der reichsten von unseren großen englischen Städten, die ich nur mit dem Anfangsbuchstaben L– – bezeichnen will. Ich war noch jung, hatte mir aber schon einigen Ruf erworben durch ein wissenschaftliches Werk, das, wie ich glaube, noch jetzt in Betreff des behandelten Gegenstandes als eine Autorität gilt. Ich machte meine Studien in Edinburg und Paris und erwarb mir an diesen ausgezeichneten medicinischen Schulen den Beifall meines Lehrers in einem Grade, welcher den Ehrgeiz des Studenten wohl zu der Aussicht auf künftige Auszeichnung berechtigte. Nachdem ich Mitglied des Aerztecollegiums geworden, bereiste ich die Hauptstädte Europa's, an deren ausgezeichnetste Praktiker ich mit Empfehlungsschreiben versehen war, sammelte mir aus den verschiedenen Theorien und Heilmethoden das Material, um die auf den Universitäten gelegten praktischen Grundlagen umfassend und vorurtheilsfrei zu erweitern, und nahm mir vor, schließlich meinen Wohnsitz in London zu nehmen. Ehe ich jedoch meine wissenschaftliche Reise beendigt hatte, trat eines jener unerwarteten Ereignisse ein, welche so oft die selbstständigen Entwürfe des Menschen vereiteln, und bewog mich, meinen Plan zu ändern. Als ich auf dem Weg nach dem nördlichen Italien durch Tirol kam, fand ich in einem kleinen, von ärztlicher Hülfe weit abgelegenen Wirthshaus einen englischen