Chapter

Eine Schreckensnacht

Die folgende Erzählung ist, so weit es dem Gedächtnis des Verfassers möglich gewesen ist, genau in der Art niedergeschrieben worden, wie sie ihm erzählt worden ist. Jeder Versuch zur Ausschmückung ist sorgfältig unterlassen worden, um die Schlichtheit der Erzählung nicht zu beeinträchtigen. Zugleich ist aber zu betonen, daß jene besondere Klasse von Erzählungen, deren Stoff im Übernatürlichen liegt, mündlich vorgetragen, weit mehr Eindruck macht, als wenn man sie gedruckt liest. Wenn man ein Buch bei hellem Mittag liest, so wirkt der darin geschilderte Vorfall weit schwächer, als wenn in einem Kreise von Zuhörern am Kamin die Stimme des Erzählers den gleichen Vorfall berichtet, die Einzelheiten ausmalt und den Ton tiefer und geheimnisvoller stimmt, wenn er der ergreifenden und wundersamen Katastrophe näher kommt. Unter solchen vorteilhafteren Umständen hörte der Verfasser diese Erzählung aus dem Munde der berühmten Miß Seward von Litchfield, die neben ihren vielen hohen Befähigungen auch in hervorragendem Maße die Gabe besaß, in engem Kreise fesselnde Geschichten zu erzählen. In der hier vorliegenden Form muß freilich die Erzählung all jenes Interesse verlieren, das ihr die modulationsfähige Stimme und die geistvollen Züge der Erzählerin verliehen. Indessen kann sie noch immer als treffliche Geistergeschichte gelten, wenn man sie gläubigen Ohren um Mitternacht bei matter Lampe

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