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Eine Nacht in der Holzhauerhütte

Eine Nacht in der Holzhauerhütte. Aus dem Nachlasse meines Großoheims. Nacherzählt von O. W. von Horn. Das Jahr 1811, erzählt mein Großoheim in seinem Tagebuche – war das schönste, gesegnetste seit fünfzig Jahren. Man meinte, es hätte seinen Winter verloren – oder der herrliche Komet, der bis in den Oktober in voller Pracht am Nachthimmel stand, hätte ihn mit seinem gewaltigen Schweife weggefegt. Tief im September gab es noch Gewitter, wie im Juli, und das war das Eigenthümliche, daß sie meist Nachts kamen; daß sie die Atmosphäre nicht abkühlten und daß ihre Regengüsse nur Nachts fielen, während am Tage die Sonne mit tropischer Kraft herabbrannte. Es war eine Jagdzeit, wie ich mich keiner aus meinem Leben erinnere. Ja, Jagdzeit! Damals ging noch der stolze Edelhirsch in den Hochwäldern des Rheinlandes, wenigstens des Hundsrückens; damals grunzten noch Rudel von Keilern, Bachen und Frischlingen durch die Waldhöhen, und das scheue Reh schreckte nicht selten in diesen schönen Waldregionen, die freilich damals die übel verstandene Forstwirthschaft und die fatale Einrichtung der sogenannten Coups über Gebühr lichtete. Die Jagd erfreute noch des Menschen Herz, wenn die Jagdzeit kam – der Hasen, Füchse und der Hühnervölker gar nicht zu gedenken, die reichlich vorhanden waren. Ich war in jener Zeit selten daheim, und von Treibund Kesseljagden, von Pürschgängen und Anstand völlig

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