Chapter

Eine ideale Stadt

Sehr geehrte Damen und Herren, bitte erlauben Sie mir, alle Pflichten des Direktors der Akademie von Amiens beim Vorsitz der Jahresversammlung zu vernachlässigen und den gewohnten Vortrag durch die Erzählung eines Abenteuers zu ersetzen, das mir persönlich widerfahren ist. Ich möchte mich dafür im Voraus entschuldigen, nicht nur bei meinen Kollegen, die es mir nie an freundlichem Entgegenkommen haben fehlen lassen, sondern auch bei Ihnen, meine Damen und Herren, die Sie in Ihren Erwartungen gehörig enttäuscht werden sollen. Anfang August wohnte ich der Preisverleihung am Städtischen Gymnasium bei. Dort habe ich unter der Führung des Professors Cartault, der unterdessen unser Kollege geworden ist, und ohne meinen Stuhl zu verlassen, einen Spaziergang durch das alte Amiens unternommen, das so wunderbar vom poetischen Zeichenstift der Duthoits dargestellt worden ist. Mit diesem Streifzug durch das kleine industrielle Venedig, das die elf Arme der Somme im Norden der Stadt bilden, verbinde ich nur angenehme Erinnerungen. Ich kehrte heim zum Boulevard Longueville, aß zu Abend, ging zu Bett, schlief ein. Bis hierhin gibt es nichts Ungewöhnliches zu vermelden und es ist anzunehmen, dass sich alle anständigen Leute auf diese Weise benommen haben, wie es sich gehört. Ich habe die Gewohnheit, morgens früh aufzustehen. Durch einen Umstand, den ich nicht zu erklären vermöchte, wachte ich

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