Eine Fahrt in das Eismeer
Eine Fahrt in das Eismeer. Aus meinem Tagebuche, von M. E. Plankenau. Eine Hauptstation der im Stillen Ocean kreuzenden Walfänger ist die Gruppe der Sandwich-Inseln. Im Frühling und Herbst laufen sie dieselben an. Der während der letzten „Saison“ erbeutete Thran wird ausgeladen, frischer Proviant eingenommen und den Mannschaften die nothwendige Erholung am Lande gestattet; dann aber eilen die Schiffe nach den Fischgründen und zwar für den Sommer nach dem „Nord-Westen“, hauptsächlich nach dem Meere von Ochotsk und dem nördlich der Bering-Straße liegenden Theile des Polarmeeres. Im April 1866 verließen auch wir den Hafen von Honolulu und segelten wohlgemuth nach dem hohen Norden. Das herrliche Wetter, dessen wir uns im Anfange der Reise erfreuten, wurde rauher in der Nähe der Alëuten, und als wir diese wüste Inselkette passirten, war es geradezu abscheulich. Eisiger Wind begrüßte uns, Regen, Nebel und Schneegestöber folgten sich in jähem Wechsel und wüthende Böen brausten von den zerklüfteten Bergmassen herab, als wollten sie uns die Durchfahrt verwehren. Oestlich von uns schien ein Vulcan in voller Thätigkeit zu sein. Wir sahen Feuerschein, dunkle Rauchwolken und glaubten in Pausen fernes Getöse zu vernehmen. Im Bering-Meere fanden wir die Witterung ebenso ungünstig. Bald kämpfte das Schiff tagelang mit Sturm und Wogen, bald ruhte es in dichtem Nebel wie festgebannt auf dunkler