Chapter

Erstes Kapitel

Es war ein lauschiges, mit dem modernen Luxus ausgestattetes Parterrezimmer, in welchem ein junges Paar saß. Sie hatte den Sitz neben einem der hohen Fenster inne und blickte, das Kinn leicht in die weißen Finger gestützt, über die dem Blicke sich bietenden Wiesen und Felder nach dem Walde hinüber, in welchem die goldigen Lichter der untergehenden Sonne zu spielen begannen. Er hatte sich auf einem Stuhle unweit von ihr leicht zurückgelehnt und schien mit halb zusammengezogenen Augenbrauen ihre Züge zu beobachten. Sie ließ in ihrer äußeren eleganten Erscheinung die Herrin des Hauses errathen, während dennoch das weiche, von einem Reichthum blonder Haare umrahmte Gesicht kaum zum Befehlen geschaffen schien und bisweilen sogar, wie ihre Gedanken kamen und gingen, einen leisen Zug von Gedrücktheit zeigte. Er verrieth in seiner Kleidung den Oekonomen, aber die fehlende Eleganz ersetzte eine untadelhafte Sauberkeit; seine Hände sprachen von eigener Arbeit, aber waren verhältnißmäßig kein, und in dem sonnengebräunten Gesichte standen ein Paar dunkele, glänzende Augen. „Du sprichst heute so wenig – hast Du Verdruß gehabt, Fritz?“ wandte sie, wie sich ihren Gedanken entreißend, sich mit einem Versuche zu lächeln nach ihm. „Es wird gut sein, Anna, Du hörst mich gar nicht mehr sprechen!“ erwiderte er langsam, ohne seine Stellung zu ändern. Sie hob aufmerksam den Kopf, und ein leichter

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