Chapter

Ein Weihnachtsmarchen

Es war einmal ein armer Student, der war recht einsam und allein und hatte keinen Menschen auf der weiten Welt, der sich um ihn gekummert hatte. Und er hatte doch so gerne jemanden gehabt, den er so recht innig hatte lieben konnen. Manchmal sass er wohl in den schonen Sommernachten, wenn der Mond schien, am offenen Fenster seiner kleinen Dachstube und schaute hinaus uber die Dacher der grossen Stadt, wie sie im Mondenlichte dalagen, und dann dachte er: ob wohl unter diesen Dachern ein Herz noch einmal fur ihn schlagen moge, ob er in dieser grossen weiten Stadt noch einmal jemand finden werde, der ihn so recht lieb habe, und den er so recht lieb haben konne vom Grunde seines Herzens. Und der Mond schien ihm voll ins Antlitz, und die Sterne blitzten hell hernieder. Ferne standen dunkel und schweigsam die hohen Kirchturme, und das Rollen und Brausen der grossen Stadt drang zu ihm herauf, der grossen Stadt, darin er so ganz allein war. Er war sehr fleissig und arbeitete wohl den ganzen Tag. Wenn dann der Abend kam, eilte er durch das Drangen und Treiben der Stadt ins Freie und freute sich an den lustigen Spielen der Kinder und uber die frohlichen Spazierganger oder suchte sich eine einsame Stelle, um ungestort seinen Gedanken nachzuhangen. Eines Tages im Sommer, als er so in der Dammerung durch die Strassen ging, begegnete ihm ein Mann mit einem Hundekarren. Das war ein recht

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