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Ein Weihnachtsfest in Rom

Abend ward über Rom, heiliger Christabend, Aber es war keine Erwartung der Kinder, keine Freude in der Stadt, in keinem Hause, wie zu dieser erfreulichen Zeit im heiligen deutschen Reich. Denn in Rom bescheren erst die heiligen drei Könige an ihrem Tage, und das Weihnachtsfest ist in Rom ein trauriges, still vorüberziehendes Fest. Diesmal war aber auch der Himmel traurig, umwölkt mit tiefziehenden Wolken, die Regengüsse drohten. Ja, es tröpfelte schon jetzt, während die, wie auf die Erde gefallene Sonne unter der schwarzen Wolkendecke in einem hellen, blaßgrünen Himmelstreifen golden unterging, und die Berge von Albano, den beschneiten Sorakte, die sieben Hügel Roms mit ihren Kirchen und Palästen vergoldete. Der Anblick war schön, ja entzückend, besonders dem breiten, bunten, prachtvollen Regenbogen gegenüber, vom hohen und festen Thurme des edlen Stefano Cenci, auf dessen flacher Zinne ein fremdes Weib mit ihrem Knäbchen saß, das sie in ihr Gewand gehüllt und an ihre Brust gedrückt umarmt hielt. Sie hatte sich angelehnt und schien zu schlafen, während sie jedoch nur von Schmerz und Kummer gebeugt, die Welt umher, das verhaßte unglückliche Rom zu ihren Füßen nicht merken wollte; ja ihr schöner kleiner Knabe selbst schien ihr erst der äußerste Gram. Deswegen hatte sie vor seinem Anblick die Augen geschlossen. Ihr gegenüber saß des Stefano Cenci Gemahlin Livia, welche sie hier

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