Chapter

Erstes Kapitel.

Als der Herr Jesus – dessen Name hochgelobt sei! – durch die Straßen von Jerusalem sein schweres Kreuz trug nach Golgatha, da ward er matt und müde ob der schweren Last; und, um eine Weile zu ruhen, wollte er sich auf eine Bank setzen vor dem Hause Ahasveri, eines Juden aus dem Stamme Nephthali. Dieser aber wehrte es ihm, sagend, ein Gottesläugner und Sabbathsschänder und Verführer des Volkes solle keine Gemeinschaft haben mit ihm noch mit Allem, was sein sei. Da blickte ihn der Herr an mit dem zürnenden Blicke des Richters, und sagte: Ahasvere, weil du denn des Menschen Sohn keine Rast vergönnst, so sei auch dir fortan keine Ruhe vergönnt, und du sollst wandeln und wandern, bis daß ich wieder kommen werde. Mit diesen Worten ging der Herr weiter; und die Schergen, die ihn führten, zwangen einen gewissen Simeon aus Cyrene, daß er ihm das Kreuz tragen helfe. Ahasverus aber folgte dem Zuge von ferne nach, und es däuchte ihm, als höre er eine Stimme sagen: Und wenn dieser Mensch auch ein Gottesläugner gewesen wäre, und ein Sabbathsschänder und ein Volksverführer, so leidet er da jetzt die Strafe für seine Schuld, und du hättest ihm nicht den Liebesdienst verweigern sollen. Er aber dachte bei sich: Wie hätte er verdient, daß ich Mitleid mit ihm haben sollte. Hat er ja doch den Fluch über mich ausgesprochen. – Und er folgte dem Zuge weiter, und stand unfern dem Hügel Golgatha, wo der

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